Grundsätzlich ist Schweden ein wunderbares Land, um einen Urlaub mit dem geliebten Vierbeiner zu verbringen. Hunde sind in Schweden gern gesehene Gäste und genießen sehr viel individuellen Freiraum. Dennoch gibt es ein paar bürokratische und gesetzliche Spielregeln, die du unbedingt kennen solltest.
Die Einreisebestimmungen für Hunde in Schweden

Beginnen wir mit den bürokratischen Vorschriften, die übersichtlich und dennoch wichtig sind. Die Zeiten von Bluttests (Antikörper-Titertests) oder verpflichtende Wurmkuren sind schon lange Geschichte, aber folgende Einreisevorschriften sind von großer Bedeutung:
- EU-Heimtierausweis: Der blaue Pass muss zwingend im Original mitgeführt werden.
- Mikrochip: Der Hund muss elektronisch gekennzeichnet sein (ISO-Norm-Chip).
- Tollwutimpfung: Eine gültige Tollwutimpfung ist Pflicht. Dazu ist wichtig, dass zwischen der Impfung und der Einreise nach Schweden mindestens 21 Tage liegen.
- Anmeldung beim schwedischen Zoll (Tullverket): Diese Maßnahme wird gerne von Urlaubern vergessen. Es ist wichtig, dass der Hund vor der Einreise beim Zoll angemeldet wird. Das geht völlig unkompliziert, kostenlos und in wenigen Minuten vorab online auf der offiziellen Website des schwedischen Zolls („Einreise nach Schweden mit Hund oder Katze anmelden„).
Tipp: An der Grenze wird die Anmeldung stichprobenartig kontrolliert. Du musst dann auch die Registrierungsnummer vorweisen können. Hast du dies vergessen, kannst du auch die rote Zollpassage („Goods to declare“) nutzen, um den Hund noch anzumelden.
Reise über Dänemark
Falls du keine direkte Fährpassage zwischen Deutschland und Schweden wählst, beachte bei der Fahrt durch Dänemark: Hier sind die Vorschriften deutlich strenger. 13 Hunderassen sind verboten, darunter Pitbull Terrier, Amerikanischer Staffordshire Terrier und Dogo Argentino, und das gilt auch für Kreuzungen. Auch Hunde, die einer verbotenen Rasse nur ähnlich sehen, können kontrolliert werden. Da sich die Regelungen ändern können, informiere dich vor der Reise aktuell beim Auswärtigen Amt.
Wichtige Regeln für Hunde innerhalb von Schweden
Schweden ist ein sehr hundefreundliches Land, aber es gelten auch hier wichtige Regeln, die zu befolgen sind. In der Regel dienen diese, um den Schutz der Natur oder anderer Tiere zu gewährleisten.
- Strikte Leinenpflicht im Frühjahr und Sommer: Vom 1. März bis zum 20. August müssen Hunde in der schwedischen Natur (Wälder, Felder, Freiflächen) strikt an der Leine geführt werden. In dieser Zeit bekommen die Wildtiere Junge.
- Nationalparks: In Nationalparks gilt in der Regel das gesamte Jahr über eine Leinenpflicht. Es gibt aber auch individuelle Regelungen, über die du dich im Vorfeld informieren könnt.
- Städte und Campingplätze: In allen Städten und auf allen Campingplätzen gilt ebenfalls eine strenge Leinenpflicht. Es gilt ausgewählte Campinganlagen, die über eine Hundewiese oder einen Parcours verfügen, auf denen die Hunde ausreichend Auslauf erhalten. In Städten, Dörfern und Parks ist das Aufsammeln von Hundekot absolute Pflicht. In der tiefen Wildnis wird es lockerer gesehen, aber an Wegen und Rastplätzen gehören Kotbeutel zum Standard.
- Restaurants: Hunde sind in den meisten Restaurants nur im Außenbereich erlaubt. Bei vielen öffentlichen Einrichtungen müssen die Vierbeiner ebenso draußen verbleiben.
- Öffentlicher Nahverkehr: Die Mitnahme in Zügen oder in Bahn ist kein Problem. Viele verfügen eigens über Abteile, in denen die Hunde mitgenommen werden können.
Naturerlebnisse und Baden mit Hund
Die Vorschriften gelten auf den ersten Blick sehr streng, aber außerhalb der Leinenpflicht kann sich dein Hund beispielsweise frei bewegen, wenn du deinen Hund unter Kontrolle hast. Ein Waldspaziergang oder gerade das Baden am See bereichert deinen Urlaub auf jeden Fall. Entsprechende Möglichkeiten sind als Hundestrände (Hundbadtplats) eigens gekennzeichnet. An offiziellen, bewirtschafteten Badestränden für Menschen sind Hunde im Sommer meistens nicht erlaubt.
Mein persönlicher Tipp: Dank des schwedischen Jedermannsrechts darfst du mit deinem Hund theoretisch fast überall ins Wasser, wo es ein ruhiges Seeufer gibt. Wenn ich nur mit meinen beiden Wasserratten Lotte und Loki unterwegs bin, reicht uns das völlig aus. Da in Schweden vom 1. März bis zum 20. August ein besonders strenger Schutz für Wildtiere gilt und ich diese Regeln absolut respektiere, gehen die beiden an solchen unberührten Ufern in dieser Zeit einfach an der Schleppleine ins Wasser.
Wenn du allerdings mit der ganzen Familie mit Kind und Hund reist, suchst du oft den perfekten Mix aus sicherem Badestrand und Hundefreundlichkeit. Genau dafür ist die folgende Liste goldwert. Sie zeigt dir die Plätze, an denen alle entspannt auf ihre Kosten kommen und man ganz unbeschwert miteinander umgeht.
Hundebadeplätze (Hundbadplats) in Småland
Hundebadestrände gibt es jede Menge in Småland. Wir haben eine kleine Auswahl an Seen zur Unterstützung getroffen.
- Hundbadplats Hissö (bei Växjö): Auf der bewaldeten Insel Hissö im See Helgasjön, direkt nördlich von Växjö.
- Svinö Hundbad (bei Kalmar): Auf der Halbinsel Svinö, direkt an der Auffahrt zur großen Öland-Brücke in Kalmar.
- Hundbadplats Västersjön (bei Jönköping): Am See Västersjön, südwestlich von Jönköping (ca. 500 Meter abseits des normalen Familienbades).
- Hundbadplats Stensö (Kalmar): Auf der Halbinsel Stensö im Süden von Kalmar, in unmittelbarer Nähe zum dortigen Campingplatz.
- Hundbadplats Bolmen (Südwestsüden): Am wunderschönen See Bolmen (nahe der Grenze zu Halland).
- Hundbadplats Hulingen (Hultsfred Strandcamping): Am See Hulingen in Hultsfred im nordöstlichen Teil von Småland.
- Sörsjön Hundbad (bei Värnamo): Am See Sörsjön, direkt östlich von Värnamo.
Wichtiger Tipp für den Sommer: Achte in den warmen Monaten Juli und August an schwedischen Seen, die besonders flach sind, immer auf Schilder oder lokale Warnungen bezüglich der Algenblüte (algblomning). Wenn das Wasser grünlich-schlammig wirkt, sollten Hunde nicht hineingehen, da die Blaualgen für sie beim Fellablecken giftig sein können.
