Die Heizöl- und Benzinpreise werden in Europa zu einer Belastung für Verbraucher und Autofahrer. Reisende, die Schweden als Urlaubsziel vor Augen haben, müssen natürlich auch einen Blick auf die Tankstellen riskieren. Mit welchen Kosten du rechnen musst, wenn es nach Schweden geht, haben wir recherchiert.
Schweden bleibt angesichts der politischen Krisen von steigenden Preisen nicht verschont, allerdings explodieren die Kosten für Benzin und Diesel keinesfalls. Im Gegenteil: Im Vergleich zum letzten Monat sind die Preise sogar gefallen.
Update: 13. Mai 2026
| Vormonat | Aktuell | |
|---|---|---|
| Diesel | 2,13 € | 1,51 € |
| Benzin (Blyfri 95) | 1,71 € | 1,39 € |
| Benzin (Blyfri 98) | 1,78 € | 1,54 € |
Aktuelle Angaben zu Spritpreisen in ganz Europa findest du beim schwedischen Automobilclub M Sverige, der die Werte wöchentlich aktualisiert.
Was kostet das Tanken konkret im Urlaub?

Eine kleine Beispielrechnung nimmt dir vielleicht die Sorge: Wenn du mit einem Mittelklassewagen (Verbrauch rund 7 Liter auf 100 km) zwei Wochen Urlaub in Schweden machst und dabei 1.500 Kilometer fährst, verbrauchst du etwa 105 Liter Benzin. Bei aktuellen Preisen sind das rund 180 Euro für die gesamte Strecke. Mit einem Diesel bei ähnlichem Verbrauch liegst du bei rund 225 Euro.
Bevor die Krise im Nahen Osten Ende Februar 2026 die Ölpreise nach oben getrieben hat, wärst du für dieselbe Strecke bei etwa 155 Euro gewesen. Unterm Strich schlägt die aktuelle Krise also mit rund 25 bis 30 Euro auf deinen Schwedenurlaub durch, nicht mehr. Dafür bekommst du heutzutage kaum noch ein Abendessen für zwei im Restaurant. Ein kleiner Trost zum Schluss: Die Preise beginnen bereits wieder zu sinken, da sich die Märkte langsam auf die neue Lage einstellen.
Warum sind die Benzinpreise in Schweden moderat?
Bei einem Vergleich mit anderen europäischen Ländern fällt die Preisentwicklung in Schweden erstaunlich moderat aus. Dafür gibt es mehrere Gründe.
Die schwedische Regierung hat in den vergangenen Jahren mehrfach steuerlich eingegriffen, um die Kraftstoffpreise zu dämpfen. Die sogenannte Reduktionsplikt, also die Pflicht zur Beimischung von Biokraftstoffen, wurde Anfang 2024 drastisch gesenkt. Seit Juli 2025 liegt sie bei 10 Prozent für beide Kraftstoffe, wobei parallel die Kraftstoffsteuer reduziert wurde. Für 2026 wurde zusätzlich die Inflationsanpassung der Kraftstoffsteuer ausgesetzt.
Ein weiterer Vorteil für dich ist der Umtauschkurs. Als Reisender aus der Eurozone profitierst du vom Wechselkurs zur Schwedischen Krone.
Zu Schwankungen kann es natürlich ebenso in Schweden kommen. Die geopolitischen Entwicklungen und der Ölpreis gehen auch hier nicht spurlos vorüber.
Schwedische Tankstellen
Schweden besitzt vor allem im Süden eine hervorragende Infrastruktur in Bezug auf Tanken. Circle K, OKQ8, Preem, St1 sowie weitere Betreiber haben ein dichtes Netz erstellt, das sich logischerweise nach Norden hin ausdünnt. Grund ist die geringere Nachfrage. Neben den großen Ketten findest du auch kleinere Anbieter. Hier, wo ich wohne, sind das zum Beispiel die Oljeshejkerna Johnsson aus Alvesta. Die kaufen seit Jahren kleine Dorftankstellen auf und betreiben sie weiter, statt sie dichtmachen zu lassen. In den kleineren Orten in Kronoberg und im westlichen Blekinge siehst du ihre Stationen mit dem orientalisch anmutenden Logo regelmäßig.
Die meisten Tankstellen in Schweden sind unbemannt und können mittels einer Karte genutzt werden. An den unbemannten Automaten brauchst du zwingend eine Kreditkarte mit PIN. Mit einer normalen deutschen Girocard kommst du dort nicht weiter, die Zapfsäule startet erst gar nicht.
An den meisten Säulen findest du vier Sorten: Diesel, Blyfri 95 (bleifreies Benzin 95 Oktan, vergleichbar mit Super), Blyfri 98 (entspricht SuperPlus) sowie E85 für Flexifuel-Fahrzeuge. An vielen Stationen kommt zusätzlich HVO100 dazu, ein synthetischer Diesel aus Pflanzenölen und Reststoffen.
Ladesäulen für E-Autos in Schweden
Schweden ist ein gutes Land für Elektroautos. Vor allem im Süden ist die Ladeinfrastruktur sehr dicht ausgebaut, landesweit gibt es über 10.000 Ladepunkte. Eine gute Übersicht aller Stationen findest du auf laddtorsk.se. Ladesäulen stehen an Supermärkten, an Hotels und Restaurants, in Parkhäusern und an den großen Tankstellen entlang der Hauptverkehrsachsen. An vielen Supermärkten und bei manchen Hotels kannst du als Kunde oder Gast sogar kostenlos laden. Tesla-Supercharger gibt es im ganzen Land und sie sind im Vergleich zu Deutschland günstig.
Wichtig zu wissen: Wenn du mit einer deutschen Ladekarte oder App über Roaming lädst, kann es deutlich teurer werden als mit einem schwedischen Anbieter. Für längere Reisen lohnt sich ein Blick auf Anbieter wie Ionity oder Tesla mit Monatsabo. Sogar einige Fähren nach Schweden bieten inzwischen Lademöglichkeiten an Bord.
Die Spritpreise in Schweden sind somit deutlich attraktiver, als angenommen. Allerdings sind Preisschwankungen nie ausgeschlossen.
